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Beyond Pakistan

2 Min. Lesezeit

Zehn Jahre Alpen, und warum ich jetzt den Karakorum zeige

Ich bin 2016 nach Deutschland gekommen und habe hier das Wandern gelernt. Dieser Text erklärt, warum ich anschließend anfangen musste, über die Berge zu reden, aus deren Nähe ich komme.

Der Karakoram Highway zwischen steilen Bergflanken

Ich habe das Wandern in Deutschland gelernt. Das ist keine Koketterie. Als ich hierherzog, war ich jemand, der Berge kannte, aber nie systematisch in ihnen unterwegs gewesen war. Die Alpen haben mir das beigebracht: markierte Wege, Hüttenbuchung, Wetterbericht lesen, Umkehrpunkt festlegen, ehrlich zur eigenen Kondition sein.

Zehn Jahre später kenne ich einen guten Teil der Ostalpen. Und irgendwann in dieser Zeit ist mir etwas aufgefallen, das mich nicht mehr losgelassen hat.

Die Beobachtung

Auf fast jeder Hütte, auf der ich war, saß abends jemand, der von Nepal erzählte. Vom Annapurna Circuit, vom Everest Base Camp, von Ladakh. Manchmal von Patagonien, manchmal von Kirgistan. Sehr selten, praktisch nie, von Pakistan.

Dabei liegt in Pakistan der zweithöchste Berg der Erde. Fünf Achttausender. Die längsten Gletscher außerhalb der Polargebiete. Die höchste Bergwand der Welt, 4.600 Meter am Stück. Die größte Wand der Alpen misst rund 2.000.

Die Antwort auf „Warum warst du nie dort?“ war fast immer dieselbe: Man hat nicht daran gedacht. Nicht Angst, nicht Ablehnung. Es kam einfach nicht vor.

Warum ich das ändern will

Weil das eine Lücke ist, die ich schließen kann. Ich kenne beide Seiten: Ich weiß, wie ein deutscher Wanderer plant, welche Fragen er stellt, was er als selbstverständlich voraussetzt: Wegmarkierung, verlässliche Zeitangaben, eine Vorstellung davon, was die Sache kostet. Und ich kenne die Region, aus der ich komme.

Was auf dieser Seite steht, ist der Versuch, beides zusammenzubringen. Keine Werbetexte, sondern die Angaben, die ich selbst haben wollen würde: Wie hoch, wie lang, wie schwer, wann, wie viel Geld, und was daran unangenehm ist.

Was ich nicht behaupte

Ich behaupte nicht, dass Pakistan einfach ist. Die Anreise ist lang. Der Karakoram Highway kann durch Erdrutsche tagelang blockiert sein. Inlandsflüge nach Skardu fallen bei schlechtem Wetter regelmäßig aus. Und die Infrastruktur, die man in den Alpen für selbstverständlich hält, also Rettungshubschrauber in zwanzig Minuten und Handyempfang auf dem Gipfel, gibt es dort so nicht.

Das gehört zur ehrlichen Beschreibung dazu. Wer damit nicht umgehen will, sollte in die Alpen fahren, und das ist völlig in Ordnung.

Was ich behaupte

Die Berge dort sind das Beeindruckendste, was ich je gesehen habe. Auf dem Baltoro-Gletscher bist du zwischen ein paar hundert Menschen unterwegs, während am Everest Base Camp Zehntausende gehen. Und ein Tag dort kostet, mit Essen, Unterkunft und Guide, weniger als ein Mittagessen auf mancher Alpenhütte.

Diese Kombination gibt es sonst kaum noch.